Gemeinde Nordkirchen

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Gespräche für Alle!

Nordkirchen, 10. Juni. „Auf dem Weg zur inklusiven Gemeinde“ ist die Gemeinde Nordkirchen bereits seit einigen Jahren. Nun haben Kinderheilstätte, Gemeinde und Caritas-Werkstatt gemeinsam einen großen Schritt nach vorne gemacht: Kommunikationstafeln mit Symbolen für eine besser gelingende Kommunikation sollen die Verständigung und den Kontakt zwischen Menschen erleichtern. Das Projekt ist bislang in Deutschland einmalig.

Am Ludwig-Becker-Platz, am Spielplatz der Kinderheilstätte oder am Streichelzoo: An neun zentralen Punkten auf dem Gelände der Kinderheilstätte, der Gemeinde Nordkirchen und der Caritas-Werkstatt poppen in diesen Tagen bunte Kommunikationstafeln auf. Sie zeigen Symbole zur leichten Verständigung – auch dann, wenn die Lautsprache nicht vorhanden oder nur schwer verständlich ist. Die Symbole sind individuell an ihre Standorte angepasst: Weil es beim Pommes-Essen auf dem Ludwig-Becker-Platz nun mal andere Wörter braucht als beim Ziegen-Streicheln am Streichelzoo. „Wir sind die erste Gemeinde in Deutschland, die solche individualisierten Kommunikationstafeln aufstellt“, erzählt Bürgermeister Dietmar Bergmann nicht ohne Stolz: „Wenn man es ernst meint mit der Inklusion, gehört die Möglichkeit zum barrierefreien Austausch schließlich unbedingt mit dazu!“

Entwickelt wurden die Tafeln vom Fachdienst Unterstützte Kommunikation der Kinderheilstätte nach dem Vorbild von Spielplatztafeln, die ein Schweizer Verlag auf den Markt gebracht hat. Die enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Kinderheilstätte zahlt sich bei der Entwicklung des Themas Inklusion aus: „Wir haben Fachleute vor Ort, die uns beraten und ihre Expertise mit einbringen können – das ist doch eine tolle Chance für beide Seiten!“, so Bergmann weiter.

Auch die Kinderheilstätte hat sieben Kommunikationstafeln auf ihrem Gelände angebracht – immer dort, wo Menschen zusammentreffen. „Unser Gelände ist offen für alle und wir freuen uns über die vielen Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, die hier ganz von alleine stattfinden“, sagt Thomas Pliquett, Kaufmännischer Direktor der Kinderheilstätte: „Genau so soll das sein!“ Neben der unmittelbaren Verständigung verfolgt Pliquett noch ein weiteres Ziel: „Auch Menschen, die keine Lautsprache haben, haben etwas zu sagen – und sie haben ein Recht darauf, gehört zu werden. Es ist unsere Aufgabe, sie dabei zu unterstützen – und dazu braucht es ein Bewusstsein dafür, dass es andere Formen der Kommunikation gibt als das direkte verbale Gespräch. Wir zeigen hier, dass es geht!“ Aber nicht nur Menschen mit Behinderungen könnten von den Kommunikationstafeln profitieren, so Pliquett: Auch Menschen, deren Wortschatz im Deutschen eingeschränkt ist, können sich über die abgebildeten Symbole verständigen.

66 METACOM-Symbole (Symbolsystem, das in der Unterstützten Kommunikation eingesetzt wird) sind auf jeder Kommunikationstafel angeordnet. Einige dieser Begriffe sind auf jeder Tafel wiederzufinden, weil sie den Grundstock jeder Unterhaltung bilden. Die anderen Wörter sind dem jeweiligen Standort der Tafel angepasst. Finanziert wurde die Herstellung der Tafeln aus dem Inklusionsscheck des Landes NRW. Unterstützung beim Layout der Tafeln erhielt die Kinderheilstätte vom Stadtplanungsbüro StadtRaumKonzept, das das Quartiersmanagement der Gemeinde begleitet.

Die Kinderheilstätte hat seit fast vier Jahren einen eigenen Fachdienst Unterstützte Kommunikation (UK). Seit über 20 Jahren wird in der Einrichtung UK zur Förderung und Unterstützung der Kinder und Jugendlichen eingesetzt. Ziel ist es, allen Bewohner*innen und Schüler*innen der Kinderheilstätte eine Möglichkeit zur Kommunikation zu eröffnen – sei es über Symbole und die Verwendung von Gebärden oder über die Anwendung von elektronischen Kommunikationshilfen, so genannten Talkern. Unterstützte Kommunikation wendet sich an Menschen, deren Lautsprache stark eingeschränkt oder nicht vorhanden ist – beispielsweise aufgrund einer Behinderung oder einer degenerativen Erkrankung wie Demenz oder Schlaganfall. Auch Menschen mit Migrationshintergrund kann der Einstieg in die neue Sprache und das Leben in einer neuen Umgebung durch UK erleichtert werden.

v.l. Bürgermeister Dietmar Bergmann, Leiter der Maximilian-Kolbe-Schule Julian Groß, Maike Freiberg und Elisabeth Gründken aus dem Fachbereich "Unterstützte Kommunikation", Kaufmännischer Direktor Thomas Pliquett und Fachbereichsleiter Josef Klaas
v.l. Bürgermeister Dietmar Bergmann, Leiter der Maximilian-Kolbe-Schule Julian Groß, Maike Freiberg und Elisabeth Gründken aus dem Fachbereich "Unterstützte Kommunikation", Kaufmännischer Direktor Thomas Pliquett und Fachbereichsleiter Josef Klaas

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